Tag 1 – Ein Plan muss her!

In den Tag hineinleben fühlt sich jetzt schon schlecht an. Dabei habe ich noch nicht einmal mit dem Leben angefangen. Die Welt hier wirkt so klein, ich fühle mich wie eingesperrt darin. Ich sehne mich nach Menschen – vor allem die mir wichtig sind. Und nach einem ganz besonders.

Mit meinem Schreibprogramm Ulysses, dem iCal-Kalender, SubEtha Edit und Evernote habe ich meinen Plan nun gestrickt. An dieser Stelle nur eine kurze Empfehlung: Falls ihr ablenkungsfrei schreiben wollt, ist Ulysses meine klare Empfehlung für euch. Falls ihr Fragen dazu habt, schreibt mir einfach in den Kommentaren.

Der erste Punkt auf meiner Liste: Ein Weblog. Es soll gleichermaßen meine Gedanken, Gefühle und Ideen konservieren, als auch meine Leser mit auf die Reise zu meinem Kern mitnehmen. Es ist ebenso mein Tagebuch – als Social animal und Digital-Maniac passt es zu mir, auch wenn ich sonst Zettel und Stift durchaus mag. Gleichzeitig dient mir mein Weblog als Platz für meine Schreiblust – endlich einmal befreit von stilistischen Zwängen einfach über die Dinge aus meinem zerebralen Innersten berichten, genau dazu habe ich hier Raum. Und das Weblog ist ein Versprechen, dass ich einem Lieblingsmenschen gegeben habe.
Die erste Erkenntnis, die mir durch das Weblog dämmert: Es bedarf nicht immer eines Konzepts. Manchmal reicht es auch einfach, etwas zu machen – in die Tat umzusetzen und zu starten. Voilà!

Nun aber zu meinem Plan. Der soll mir einen festen Rahmen, einen stetigen Rhythmus geben – damit ich eben nicht in den Tag hineinlebe. Und das sind meine Überlegungen dazu.

Mein Plan
20.6. bis 6.7.

1.Tag – Plan entwerfen
festen Rhythmus entwerfen

+ Sport – abends
+ am Abend Übersicht der Aufgaben nächster Tag erstellen
+ Schreiben – wann ist der beste Zeitpunkt dafür?
+ Weblog führen – Tagebuch
+ Coaching
+ Treffen
+ Job-Suche, Bewerbungen
+ Lehrer
+ Reflexionszeiten einrichten – Ziele, Wünsche etc. Wie geht es mir?
+ Strichliste – „Gedanken an“ führen
+ Plan für die nächsten Wochen und Monate erstellen – Job und Privat

Aus diesen Überlegungen habe ich dann einen wiederkehrenden Tagesablauf gestrickt. Der ist nicht in Stein gemeißelt, da misstraue ich mir und dem Leben schon lange. Immerhin ist das Leben das, was passiert, während man Pläne macht. Aber der Tagesablauf soll mir die Struktur geben, die bislang durch einen meiner Lieblingsmenschen bestimmt war.

Der Rhythmus

Start in den Tag 6 Uhr – schreiben bis 7 Uhr, Motto des Tages entwerfen
Frühstück
ab 9 Uhr Termine, Treffen, Bewerbungen bis 15 Uhr
Mittagspause 1230
1. Reflexionspause 13 bis 1330
2. Reflexionspause 18 bis 1830
Abendbrot 1730
zw. 16 und 20 Uhr freie Zeit – eventuell schreiben, reden, Ausflug etc. Weblog füttern
21 Uhr Liste nächster Tag erstellen
Montag 20 Uhr auf jeden Fall Laufen – eventuell zweiter Tag für Ausdauer
Abends immer Fitness-Programm

Punkt eins: Das Motto des Tages. Es ist die Idee, jedem Tag eine Quintessenz zu geben. Das kann ein Ziel, ein Wunsch oder einfach pure Motivation sein. Das Motto setze ich in Form einer Grafik um. Schwupps ein Template per Photoshop erstellt und schon kann es los gehen. Aufgrund der selbstauferlegten Kontaktsperre mit all den wichtigen Menschen aus meinem Leben, nutze ich das Motto gleichermaßen unter anderem als mein WhatsApp-Profilbild. Ansonsten hoffe ich auch, dass mein Weblog diesen Menschen ein wenig Nähe zu mir gibt.

Punkt zwei: Die Reflexionspausen sind ein Mitbringsel aus meinem Studienjahr in St. Gallen. Sie sollen mir dabei helfen, mal wieder auf mich selbst zu hören. Sie sollen mir Antworten auf die wichtigsten Fragen geben: Was will ich? Wie geht es mir? Wie sieht mein Weg aus? Vor allem die zweite Refelexionspause soll mir als Retrospektive des Tages dienen. Wie ich die Pausen gestalte, weiß ich jetzt noch nicht so recht. Meditativ oder dahin dösend – das wird sich finden. Sobald ich einen gangbaren Weg gefunden habe, lasse ich euch daran teil haben.

Punkt drei: Sport. Seit März verfolge ich bereits eine selbst auferlegte Herausforderung: 100 Liegestütze am Tag. Es gibt nur eine Regel – danke dafür an Mark Maslow von Marathonfitness: Das Programm darf nie an zwei aufeinander folgenden Tagen ausfallen. Falls ihr es auch versuchen wollt, kommt hier mein Weg für euch. Zu Beginn habe ich mir einfach die Liegestütze aufgeteilt: Ein Teil morgens, ein Teil abends. Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr 40/60 oder 50/50 bevorzugt. Schaut, wie ihr euch einfach kontinuierlich verbessern könnt. Mittlerweile erledige ich die 100 Liegestütze am Stück. Nach den ersten anderthalb Monaten habe ich dann zusätzlich noch Situps dazu genommen und schwinge mittlerweile auch noch ein paar Sätze Hanteln. Alles in allem habe ich mich so kurz vor meinem 40. Geburtstag noch nie fitter gefühlt. Mit dem regelmäßigen Laufen jeweils Montags habe ich es endlich geschafft, Sport zu einem festen Bestandteil in meinem Leben zu machen.

Nun gilt es, das Konstrukt mit Leben zu füttern. Gedanklich habe ich heute immer in einer melancholischen und sehnsuchtsvollen Schwebe verbracht. Gefühlt habe ich alle fünf Minuten auf mein iPhone gestarrt und gehofft, einfach nur in WhatsApp im Status meiner Lieblingsmenschen das Wort „Online“ erscheinen zu sehen. Aber sie sind eisern bei der von mir mehr leichtfertig als valide ausgesprochenen Kontaktsperre geblieben. Mit dem Plan hoffe ich nun, meine Gedanken in die Richtung zu lenken, in die sie sollen: auf mich selbst.

Dennoch fällt es mir unsäglich schwer. Es ist eine Art kommunikativer Detox, den ich ein wenig durch mein Weblog aufweiche – aber das ist ja schließlich notwendig, um meiner Schreiblust wieder Nahrung zu geben.

Meine Liste für morgen:

Bei der Stiftung Warentest bin ich zur Preisverleihung eingeladen. Immerhin habe ich die gesamte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den Wettbewerb erledigt und in der ersten Auswahlrunde die Teilnehmer gesiebt.

Danach treffe ich mich mit Volkmar von Kinder-Musical-Theater Berlin. Für den Verein verantworte ich aktuell ebenfalls die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Nach meiner Rückkehr stehen noch die Anerkennung meiner Zeugnisse, ein Anruf bei meiner Agentur und diverse Emails für Bildungseinrichtungen auf dem Plan. Und wenn dann noch Zeit und Wetter mitspielen, will ich mich auf mein Rad schwingen und die alten Routen rund um Lu abreiten. Hinter letzterem Punkt steckt die Idee, dass ich viele von den Dingen noch einmal tue und auch mit Menschen spreche, die vor der Verwerfung mein Leben bestimmt haben. Es ist eine Rückkehr zu meinen Wurzeln und damit zurück zu einem Stück von mir selbst.

2 Antworten auf „Tag 1 – Ein Plan muss her!“

  1. Das Weblog ist eine tolle Idee. Es gibt uns allen Kraft in dieser anstrengenden Zeit. Ich werde es jeden Tag verfolgen. Vielen lieben Dank dafür!

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