Tag 7 – Der Weg

Auch wenn man strauchelt, letztendlich fällt – man geht seinen Weg weiter. Es ist legitim, sich auch mal am Wegesrand auszuruhen. Aber man steht irgendwann auch wieder auf und geht seinen Weg weiter.

Mein Weg führt mich manchmal auch fort von Menschen, die mir wichtig sind. Aber hoffentlich nicht für immer und nie für lange. In meiner Matratzengruft hause ich nun seit sieben Tagen. Die Welt hat sich wieder ein Stück weit mir zugewandt, aber noch bleibt die Abgeschiedenheit. Wenn ich an mein Bedürfnisse-Quiz denke, dann steht da auf dem dritten Platz das Bedürfnisse nach Abgeschiedenheit. Nun, das erfülle ich gerade ganz.

In meinem Exil bin ich mir ein Stück näher gekommen, aber auch zu mancher Entscheidung gelangt. Es ist die Art von Entscheidungen, die das ganze Leben in einen wilden Tumult verwandeln, von denen man hofft, dass sie am Ende trotz aller Schwere etwas gutes gebären. Meine Entscheidungen haben dazu geführt, dass auch andere Leben in Aufruhr versetzt wurden. Das hat gestern zu einem wüsten Gedankensturm bei mir geführt. Ruhe kehrte erst ein, als ich mich beim Coaching wieder ganz auf mich und meine beruflichen Perspektiven konzentriert habe. Ich wünsche mir so sehr, dass die Leben – nicht nur meines – die ich so sehr beunruhigt habe, wieder in ruhige Bahnen gelenkt werden. Was ich dazu tun kann, möchte ich tun.

Ein rechtes Maß an Selbsterkenntnis ist für alle nötig, die in der Welt etwas sein oder etwas tun wollen. Sie ist auch die Vorbedingung einer selbständigen Überzeugung. Samuel Smiles

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich wieder zwischen einer notwendigen Innenschau und einem Blick auf die Menschen um mich zurückkehren muss. Auch dies ist eine Erkenntnis aus meiner Matratzengruft: Das mein schlingernder Weg auch andere aus ihren Bahnen gestoßen hat, zeigt mir, dass es eines vernünftigen Maßes bedarf, zwischen der Fürsorge für sich selbst und der Fürsorge für andere Menschen. Dieser Verantwortung für beide Seiten stelle ich mich nun wieder, immer eingedenk der Warnung, dass beides in Balance bleiben muss. Es verursacht nämlich nur Schmerz – auf allen Seiten – wenn die Fürsorge für meine Lieblingsmenschen und Freunde dazu führt, dass die Fürsorge für mich selbst auf der Strecke bleibt.

Fürsorge für mich heißt aktuell, dass ich an meinen beruflichen Bedürfnissen arbeite. Sie zu kennen, lenkt den Schritt wieder in die richtige Richtung. Sie helfen dabei, die Ziele zu benennen und sie sind die Gradmesser für alle Entscheidungen auf dem Weg dorthin.
Um dorthin zu kommen, ist eine schnöde Liste mit Vor- und Nachteilen immer ein guter Wegweiser. Steht diese erst einmal, dann gilt es, die Punkte zu sortieren und vor allem zu gewichten. Und genau daran arbeite ich nun.

Was vom Tage übrig bleibt

Da sind zum einen die vielen Erinnerung an mein bisheriges Leben. Die Sorge um geliebte Menschen und ein Zitat.
Das schöne am Leben: Wenn eine Tür zu fällt, öffnet sich immer auch eine neue. Die Tragik am Leben ist nur, dass man immer auf die Tür schaut, die zugegangen ist und nicht auf die, die sich öffnet.

Meine Erkenntnis dazu: Nicht jede Tür, die sich schließt, bleibt auch verschlossen. Das Wesen einer Tür ist es, dass man immer und immer wieder hindurchgehen kann. Natürlich wird die Welt sich dahinter immer verändert haben – sie steht nicht still, aber es wird immer noch die Welt mit all ihren Wundern sein. Es ist an jedem selbst, sich mit dieser Welt wieder in Einklang zu bringen. Genau das werde ich auch tun, wenn ich aus meiner Matratzengruft steige. Und ich wünsche mir, dass auch meine Lieblingsmenschen das tun.

Und um die Metapher vom Anfang wieder aufzugreifen: Für mich gilt es nun, neue Wege zu finden und sie zu gehen. Und ich will darauf bauen, dass ich auf diesen Wegen nicht immer allein wandern muss, dass Freunde, Familie und Lieblingsmenschen weiterhin an meiner Seite gehen, wir uns gegenseitig an schwierigen Stellen des Weges helfen und wenn einer aus dieser Gemeinschaft strauchelt oder stürzt, dass wir ihn auffangen. Genau so wünsche ich mir mein Leben.

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